ANTI-ILLUSION. OBJEKTE. PROZESSE

Werke der Kunstsammlungen der RUB/Sammlung Moderne

20. Juli - 11. November 2012
Campusmuseum

 

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Die Ausstellung „Anti-Illusion. Objekte. Prozesse“ zeigt einen markanten Schwerpunkt der Sammlung Moderne. Der F.A.Z.-Kritiker Albert Schulze Vellinghausen legte 1967 mit einer Schenkung konstruktiv-konkreter und gestisch-abstrakter Kunst den Grundstock. Eine Stiftung des Zeitungsverlegers Paul Dierichs ermöglichte in den 1970er Jahren den Ausbau der Sammlung. So konnten Werke von Alberto Giacometti, Richard Serra, Anthony Caro, Nicola Carrino, Guiseppe Spagnulo, Norbert Kricke, Yaacov Agam, George Warren Rickey, Frank Stella, Jan J. Schoonhoven, Thomas Lenk und James Reineking erworben werden – Plastiken und Objekte, die den Illusionismus traditioneller Kunst kritisch befragen und mit dem Ziel eines „Ausstiegs aus dem Bild“ den Objektstatus ihrer Werke analysieren.
Bei einem Rundgang durch die aktuelle Sammlungspräsentation wird sichtbar, auf welche Weise sich Maler wie Lucio Fontana, Gotthard Graubner oder Frank Stella mit der Krise der Leinwandmalerei auseinandergesetzt und den Illusionsraum der flachen Leinwand überwunden haben. Jan J. Schoonhovens Reliefs und Donald Judds „Spezifische Objekte“ setzen sich mit dem wirklichen Raum auseinander, Richard Serras „Right Angle Prop“ zeigt, wie sich zwei Formen gegenseitig stabilisieren und Werke von Gerhardt von Graevenitz und Ernst Herrmanns untersuchen sich verändernde Beziehungen von Objekt, Raum und Betrachter.
Darüber hinaus zeigen Arbeiten von George Warren Rickey, Yaacov Agam, Joseph Beuys und Günther Uecker, dass die bildende Kunst in den 1960er und 1970er Jahren eine zeitliche Dimension gewinnt: Künstler überschreiten die alten Gattungsgrenzen. Sie interessieren sich für die realen, physischen Bedingungen ihres Handelns und fordern einen Betrachter, der sich aktiv wahrnehmend und auch körperlich präsent, wie die Arbeit Alberto Giacomettis „Diego“ beispielhaft zeigt, am Werk beteiligt.
Die Ausstellung veranschaulicht, dass der Umbruch in der Kunst der 1960er und 1970er Jahre und die damit verbundene Hinwendung zur Objekthaftigkeit und Prozessualität für die Sammlung von zentraler Bedeutung sind.

Ausstellungskooperation „Performance/Aktion/Prozessualität“
Die Ausstellungskooperation „Performance/Aktion/Prozessualität“ entstand vor dem Hintergrund der diesjährigen Ruhrtriennale. Heiner Goebbels hat mit seinem Programm den Blick auf John Cage und die Idee des Fluxus gelenkt. Musik, Theater und bildende Kunst agieren interdisziplinär, performativ und prozessual. Neben dem Partner der Ruhrtriennale, dem Museum Folkwang in Essen, reagieren das Campusmuseum der Ruhr-Universität Bochum, das Kunstmuseum Bochum sowie das Museum Ostwall im Dortmunder U mit folgenden Ausstellungen: Bis zum 11. November 2012 zeigt das Campusmuseum der Ruhr-Universität Bochum Teile seiner Sammlung unter dem Titel „Anti-Illusion. Objekte. Prozesse“. Umbrüche in der Kunst der 1960er- und 1970er-Jahre haben die Kunst im 20. Jahrhundert nachhaltig verändert. Angeregt durch John Cage experimentierten Fluxus-Künstler mit Aktionen, die "high" and "low", Hochkunst und Leben, ebenso wie die unterschiedlichen Künste miteinander verschränkten. In dieser Zeit haben andere Künstler den Werkbegriff erweitert: Sie haben mit Objekten den realen Raum thematisiert und mit prozessualen Arbeiten sich ständig verändernde Beziehungen zwischen der Kunst und ihren Rezipienten untersucht, wie die Ausstellung "Anti-Illusion. Objekte. Prozesse" anschaulich zeigt. Am 24. August eröffnet die Ausstellung „Fluxus – Kunst für Alle!“ im Museum Ostwall. Die Ausstellung geht der inzwischen historischen Fluxus-Bewegung und ihren verschiedenen Facetten ebenso nach wie einzelnen Künstlerpersönlichkeiten, die diese prägten. Am Tag darauf, am Samstag den 25. August blickt das Kunstmuseum Bochum unter dem Titel „Inge Baecker Bochum – Fluxus Ruhrgebiet“ zurück auf die internationale Kunstgeschichte schreibende Tätigkeit dieser Galerie: Künstler wie Nam June Paik, Wolf Vostell, Charlotte Moorman, Mauricio Kagel oder Allan Kaprow holte die Galeristin nach Bochum bzw. ins Ruhrgebiet.

Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum. Campusmuseum
20. Juli bis 11. November 2012 - Anti-Illusion. Objekte. Prozesse

Museum Ostwall im Dortmunder U
25. August bis 6. Januar 2013 - Fluxus – Kunst für Alle!

Kunstmuseum Bochum
25. August bis 21. Oktober 2012 - Inge Baecker Bochum – Fluxus Ruhrgebiet

 

 

FOTOGRAFIEN AUS DER SAMMLUNG MODERNE

bis November 2012
Campusmuseum

 

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Axel Hütte, Brücke Oberhausen, 1998, Fotografie, C-Print

 

Das Campusmuseum gewährt Einblicke in die SAMMLUNG MODERNE
Der Bestand der Sammlung Moderne geht weit über das hinaus, was in wechselnden Ausstellungen gezeigt werden kann. Eine Sammlungspräsentation gewährt Einblicke in ein Schwerpunktthema der Sammlung. Gezeigt werden insbesondere FOTOGRAFIEN AUS DER SAMMLUNG MODERNE.