Veranstaltung

KUNST & KOHLE
SCHWARZ
  [ˈʃvaʁʦ]

Germinal – Ein Live Bild Klang Experiment
12. Juli 2018, 18 Uhr im Museum unter Tage

Filmcollage nach Albert Capellani „Germinal“ (Frankreich 1913) und Jörg Keweloh „Demolition Entertainment“ (1993)

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Der 1913 erschienene Stummfilm „Germinal“ von Albert Capellani nach dem gleichnamigen Roman von Emile Zola gehört längst zu den Klassikern dieses Genres. In eindringlicher und realistischer Weise befasst er sich nicht nur mit dem Thema Bergbau, sondern stellt auch die Frage nach politischen Zielen und Idealen. Im Mittelpunkt der Handlung steht dabei Étienne Lantier, der als glühender Sozialist den Streik der Bergarbeiter gegen die miserablen Arbeitsbedingungen in den französischen Kohlengruben im späten 19. Jahrhundert anführt. Das filmische Meisterwerk bildet den Ausgangspunkt für ein musikalisches Bild-Klang-Experiment. Teil dieser künstlerischen Kollage assoziativer Bilder zum Thema ist auch eine echte Filmrarität: der achtminütige Kurzfilm „Demolition Entertainment“ von Jörg Keweloh, der sich mit dem Verschwinden der materiellen Zeichen der Industriekultur im Ruhrgebiet auseinandersetzt. Doch was verschwindet, lebt in den Bildern weiter. Gespenster ertanzen sich ihre Welt neu. Ein impressionistisches Requiem. Damit wird auf filmischer Ebene versucht, einen historischen Bogen zum Thema Bergbau zu spannen.

Was mit Klarinette, Violoncello und Percussion-Instrumenten entsteht, ist keine „Filmmusik“, keine den Film begleitende Ausdrucksform, sondern etwas Drittes: eine energetisch geladene Musik-Film-Performance mit Spontankompositionen, die mit großem Gespür den filmischen Code aufgreifen und als Inspirationsbeschleuniger für die eigenen  Gestaltungsprozesse nutzen.

Es musizieren und improvisieren:
Eckard Koltermann, Bassklarinette
Ludger Schmidt, Violoncello
Martin Blume, Percussion

Veranstaltungsort: Foyer des Museums unter Tage
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos.

    

                     

Veranstaltungen

KUNST & KOHLE
SCHWARZ
  [ˈʃvaʁʦ]

Begleitprogramm

Eine Übersicht über das Begleitprogramm zur Ausstellung "Kunst & Kohle. Schwarz [ˈʃvaʁʦ]" finden Sie in unserem Flyer, den Sie hier herunterladen können:

Download Flyer

        

    

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KUNST & KOHLE
SCHWARZ
  [ˈʃvaʁʦ]

Künstlerinnengespräch

Arbeiten mit Found-Footage aus den sozialen Netzwerken: Zu Susanne Weirichs Videoinstallation Global Charcoal Challenge


20. Juni 2018, 18 Uhr im Museum unter Tage

 

Ein Künstlerinnen-Gespräch mit Susanne Weirich, Professorin für Dreidimensionales Gestalten und Medien, Institut für Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Duisburg-Essen.

Moderation: Dr. Friederike Wappler, Kuratorin der Ausstellung „SCHWARZ [ˈʃvaʁʦ]“ und Wissenschaftliche Leiterin der Kunstsammlungen der RUB. Sammlung Moderne & Situation Kunst.

Die Ausstellung „SCHWARZ [ˈʃvaʁʦ]“ richtet zum Ende des Steinkohlebergbaus den Blick auf die Beziehung von „Kunst & Kohle“ und damit auch auf die Materialität von „Kohle“ in der zeitgenössischen Kunst.
Die in der Ausstellung präsentierte Video-Installation Global Charcoal Challenge verweist auf die Gegenwart und die globale Präsenz der digitalen Bildkommunikation. Montierte Ausschnitte zeigen junge Frauen und Männer, die sich eine sogenannte black mask oder charcoal mask auftragen. Die mitunter an blackfacing erinnernde Praxis geschieht weltweit; sie wird, wie die Arbeit zeigt, auch von people of color und genderübergreifend genutzt und in den sozialen Netzwerken „geteilt“.
Ein Gespräch mit der Künstlerin Susanne Weirich ermöglicht einen vertieften Einblick in das Werk und die Arbeitsweise der Künstlerin.

Dazu laden wir Sie herzlich ein.

Keine Anmeldung nötig.

Kosten: keine, nur Eintritt in die Ausstellung

Informationen zur Anreise finden Sie hier.

             

 

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KUNST & KOHLE
SCHWARZ
  [ˈʃvaʁʦ]

Künstlergespräch

Dokumentiert und fiktionalisiert.
Fotografien und eine Erzählung zur Geschichte des Ruhrgebiets


13. Juni 2018, 18 Uhr im Museum unter Tage


Ein öffentliches Gespräch mit Elisabeth Neudörfl, Professorin für Dokumentarfotografie, Folkwang Universität der Künste, Essen, und Jürgen Link, em. Professor für Literaturgeschichte und Diskurstheorie, Dortmund.

Moderation: Dr. Friederike Wappler, Kuratorin der Ausstellung „SCHWARZ [ˈʃvaʁʦ]“ und Wissenschaftliche Leiterin der Kunstsammlungen der RUB. Sammlung Moderne & Situation Kunst.

Die Ausstellung SCHWARZ [ˈʃvaʁʦ] richtet zum Ende des Steinkohlebergbaus den Blick auf die Beziehung von „Kunst & Kohle“ und der Bedeutung der Farbe „Schwarz“ in der Kunst seit den 1960er-Jahren. Wie können die Künste heute auf die Geschichte des Ruhrgebiets verweisen? Elisabeth Neudörfl und Jürgen Link geben Einblicke in unterschiedliche künstlerische Zugriffe. Schwarz-Weiß-Aufnahmen und eine Videoarbeit der Fotografin Elisabeth Neudörfl in der Ausstellung „SCHWARZ [ˈʃvaʁʦ]“ zeigen Orte mit historischem Index, die für die Kämpfe der Kohlebergwerk- und Stahlarbeiter von Bedeutung waren. Jürgen Link fiktionalisiert in seinem experimentellen Roman „Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee“ vielstimmig kollektive Erinnerungen einer Gruppe von Achtundsechzigern. Ihre erinnerten Wahrnehmungen werden durch Autofahrten modelliert: Chockästhetik, Diskontinuität und Montagen bestimmen seine Erzählweise. Ein gemeinsames Motiv ist die Niederschlagung des bewaffneten Generalstreiks (der sog. „Roten Ruhr-Armee“) durch Reichswehr und faschistische Freikorps im Jahre 1920.

In dem öffentlichen Gespräch am 13. Juni 2018 werden die unterschiedlichen künstlerischen Verfahren thematisch und vor Ort diskutiert.
Dazu sind Sie herzlich eingeladen.

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Informationen zur Anreise finden Sie hier.

             

 

Mischa Kuball: »making things public« - Interventionen im öffentlichen Raum

  

Vortrag am 24. Januar 2018, 18 Uhr
und Präsentation des Buches
Mischa Kuball. NEW POTT in NEW YORK
in den Kunstsammlungen der RUB auf dem Campus

 

 

Im Kulturhauptstadtjahr »Ruhr.2010« hat Mischa Kuball mit 100 Menschen aus 100 unterschiedlichen Herkunftsländern, die im Ruhrgebiet leben, das partizipative Projekt »NEW POTT« realisiert. Eine Ausstellung der Arbeit fand 2010/11 in den Kunstsammlungen der RUB statt. 2015/16 hat die Sammlung Moderne der Kunstsammlungen »NEW POTT« in Kooperation mit der University Alliance Ruhr im German House in New York ausgestellt. Ein Dokumentationsband der Ausstellung in New York liegt im Januar vor. Die Veranstaltung ist Anlass, das Buch vorzustellen und mit einem Vortrag von Mischa Kuball »NEW POTT« im Kontext seines Werks zu verankern.  

 Mischa Kuball spricht über seine »public prepositions«, eine Gruppe von Werken, Interventionen, Projekten und Performances, mit denen er sich an eine Öffentlichkeit wendet und zugleich danach fragt, wie und unter welchen Bedingungen sich »Öffentlichkeit« konstituiert. Viele seiner Interventionen und Projekte, die er seit  den 1970er-Jahren realisiert hat, waren zeitlich begrenzt und sind nur als fotografische Dokumentationen erhalten. Andere waren nur lokal sichtbar. Wie sind solche Arbeiten, die nicht werkbezogen sind, einzuholen, wie reflektierbar und wie beziehen sie Zuschauer_innen und Teilnehmer_innen ein? Dieser Fragestellung geht der Mischa Kuball in seinem Vortrag nach.

Ein Gespräch darüber begreift er als einen Beitrag zur Herstellung von Öffentlichkeit. Dazu laden wir Sie herzlich ein.

 

Der Eintritt ist frei. Keine Anmeldung erforderlich.

Informationen zu Anfahrt und Parkmöglichkeiten am Museum finden Sie hier.