Vergangene Ausstellungen der Kunstsammlungen der RUB.
Museum moderner und zeitgenössischer Kunst
im Museum unter Tage

post_minimal conceptual_now

23. Mai - 20. Oktober 2019
Eine Ausstellung der Kunstsammlungen der RUB
im Museum unter Tage


Künstler*innen der (Post-)Minimal und Conceptual Art haben in den 1960er- und 1970er-Jahre den Kunstdiskurs der Nachkriegsmoderne nachhaltig verändert und mit neuen Vorstellungen von Objekthaftigkeit und Raum tradierte Konzepte von Autorschaft, Werk und Rezeption transformiert. Die zeitgenössische Kunst greift damit verbundene Fragestellungen auf, sie fragt nach deren Aktualität und erprobt neue Lektüren. Stehen Werke von Donald Judd, Sol LeWitt, Bruce Nauman, Adrian Piper und Timm Ulrichs exemplarisch für eine auf die Umbrüche in den 1960er- und 1970er-Jahren antwortende Kunst, so zeigen zeitgenössische Künstler*innen, die ihre Bildsprache im Wissen um diese Avantgarden entwickelt haben, wie Kunst heute die Herausforderungen der 1960er- und 1970er-Jahre umschreibt und einst ausgegrenzte Semantiken integriert. Philipp Goldbach, Franka Hörnschemeyer, Guido Münch, Benedikt Terwiel, Wolfgang Winter und Berthold Hoerbelt zeigen anschaulich, wie das auf ganz unterschiedliche Weise geschieht. Die Ausstellung zeigt ihre auch erstmals in situ realisierten Arbeiten und Installationen im Dialog mit Werken der (Post-)Minimal und Conceptual Art. Mit künstlerischen Beiträgen von Philipp Goldbach, Franka Hörnschemeyer, Donald Judd, Sol LeWitt, Adrian Piper, Guido Münch, Bruce Nauman, Benedikt Terwiel, Timm Ulrichs und Winter/Hoerbelt.

Am 23. Mai 2019 um 19 Uhr wird die Ausstellung post_minimal conceptual_now im Museum unter Tage eröffnet.

Grußwort
Prof. Dr. Axel Schölmerich, Rektor der Ruhr-Universität Bochum
Einführung
Dr. Friederike Wappler, Wissenschaftliche Leiterin Kunstsammlungen der RUB.
Sammlung Moderne & Situation Kunst und Kuratorin der Ausstellung

Künstler*innen sind anwesend

Franka Hörnschemeyer, Opak519, 2019

Franka Hörnschemeyer, OPAK519, 2019, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: © Donat Schilling




KUNST & KOHLE

SCHWARZ [ˈʃvaʁʦ]

4. Mai - 16. September 2018
Eine Ausstellung der Kunstsammlungen der RUB
im Museum unter Tage


Wenn im Jahre 2018 die Steinkohleförderung in Deutschland ausläuft, endet ein für das Ruhrgebiet prägendes Kapitel. 17 RuhrKunstMuseen nehmen den Kohleausstieg zum Anlass, um das größte städteübergreifende Ausstellungsprojekt zum Thema zu realisieren, das je umgesetzt worden ist: »Kunst & Kohle«.
Die Ausstellung »SCHWARZ [ˈʃvaʁʦ]« im Museum unter Tage ist der Beitrag der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum. »SCHWARZ [ˈʃvaʁʦ]« richtet den Blick auf eine Farbe, die auf die Schwärze von Kohle anspielt und zugleich weiterführend die Bedeutung von Schwarz in der Kunst seit den 1960er-Jahren bis heute thematisiert.
Kunstwerke zeichnen sich dadurch aus, dass sie Wahrnehmung reflektierbar machen. Das geschieht in besonders radikaler Weise in Werken, die ästhetischen Schein konterkarieren. Die Ausstellung geht dieser Haltung nach. Sie zeigt Werke von Künstlern der Postminimal Art und der konkreten Kunst, die sich in den 1960er- und 1970er-Jahren der Wirklichkeit von Materialien und Erfahrungen im Hier und Jetzt gestellt und dabei auch Kohle oder Ruß verwandt haben. Richard Serra konterkariert mit tiefschwarzen Arbeiten illusionären Schein, Erich Reusch bezieht mit elektrostatischen Kuben Betrachter_innen ein. Und auch Bruce Nauman ruft mit schwarzer und weißer Theaterschminke die Frage nach Sichtbarkeit und Illusionismus auf.
Seit den 1990er-Jahren haben sich Künstlerinnen und Künstler auf andere Weise mit Sichtbarkeit und Entzug, Dokumentation und Fiktionalisierung, und der Bedeutung von »Schwarz« – auch im Kontext von Kunst & Kohle – auseinandergesetzt, so Miles Coolidge, Philipp Goldbach, Elisabeth Neudörfl, Lars Breuer, Jan Wawrzyniak und Susanne Weirich mit konzeptueller Malerei, Fotografien, Videos und Rauminstallationen, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Ausstellungskataloge der beteiligten RuhrKunstMuseen zum Thema „Kunst & Kohle“ erscheinen im Wienand Verlag, Köln, im Juli 2018. Der Band »SCHWARZ [ˈʃvaʁʦ]«, hg. von Friederike Wappler, Wienand: Köln, 2018, thematisiert die gleichnamige Ausstellung im Museum unter Tage.

Das Projekt „Kunst & Kohle“ kann dank großzügiger Unterstützungen der RAG Stiftung, der Brost-Stiftung, dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein Westfalen sowie dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Kunststiftung NRW realisiert werden.

Konzeption und Realisation der Ausstellung SCHWARZ [ˈʃvaʁʦ]:
Dr. Friederike Wappler

Wissenschaftliche Leiterin der Kunstsammlungen der RUB. Sammlung Moderne & Situation Kunst und Kuratorin der Ausstellung.

Weitere Informationen zur Ausstellungsreihe der RuhrKunstMuseen erhalten Sie unter www.ruhrkunstmuseen.com.

bilder/04__coal_seam_4_web.jpg

Miles Coolidge, Coal Seam, Bergwerk Prosper-Haniel 4, 2013 © Miles Coolidge
Josef Albers Museum Quadrat Bottrop

logoleiste_kunstkohle.jpg




Nico Joana Weber
Transitional Regions

4. Mai – 27. August 2017
Eine Ausstellung der Kunstsammlungen der RUB
im Museum unter Tage


Nico Joana Weber thematisiert in ihren Videoarbeiten, Fotografien und Installationen von moderner Architektur, landschaftlichen Eingriffen und Rationalität geprägte Regionen. Sie beobachtet, wie sich die Grenzen zwischen Innen und Außen, von Menschen gebauter und geplanter Wirklichkeit und ihrer Umgebung ständig verschieben. Sujets ihrer Arbeiten sind Ikonen der Moderne wie beispielsweise von Le Corbusier und Oscar Niemeyer in Südamerika errichtete Bauten. Sie hat die erste Campusuniversität in Deutschland, die Ruhr-Universität Bochum, filmisch reflektiert und die Wüste New Mexicos, wo 1945 erste Atomwaffentests durchgeführt wurden, in Videos und Fotografien ins Bild gesetzt. Mit ruhigen Einstellungen registriert sie subtile Veränderungen, die sich in länger währenden Zeiträumen ereignen und richtet den Blick auf Prozesse ständiger Neuordnungen. Die Ausstellung führt von der Ruhr-Universität Bochum in die Tropen Südamerikas. Ist im Ruhrgebiet das in der Region gefundene Mineral Markasit Anlass für eine Videoarbeit und Metapher des ständigen Wandels, so zeigen ihre Videos und Fotografien aus Südamerika, wie im tropischen Klima die Grenzziehungen zwischen Architektur und der wuchernden Natur im Dschungel fließend werden. In ihrer Videoinstallation Land of Enchantment und der fotografischen Serie Painted Desert, die Nico Joana Weber im Südwesten der USA aufgenommen hat, verdichten sich weit auseinander liegende Zeiten und Ereignisse: die scheinbar zeitlose Wüstenlandschaft New Mexicos, Felsritzungen, die an die erste Bevölkerung der Region erinnern, und Orte, die von technologischen Experimenten, der Raumfahrt und der ersten Atombombenzündung zeugen. Ihre Herangehensweise ist nicht dokumentarisch; vielmehr arbeitet sie aus der Begegnung mit konkreten Orten spezifische visuelle Strategien heraus. Ihre Bilder und Filmsequenzen verschränkt sie in einer künstlerisch reflektierten Bildsprache, so dass die sich wandelnden, von der Moderne geprägten Regionen in einer Weise anschaulich werden, die Alejo Carpentier mit dem Begriff des »wunderbar Wirklichen« beschrieben hat.

Weitere Informationen zur Künstlerin: www.nicojoanaweber.com

Nico Joana Weber, Markasit, 2014

Nico Joana Weber, Markasit, 2014, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020




Aktuelle Ausstellungen der Kunstsammlungen der RUB finden Sie hier



Aktuelles zu den Projekten der Stiftung Situation Kunst (für Max Imdahl)
finden Sie unter diesem Link. (Achtung! Öffnet ein externes Fenster.)