NACH OBEN

FORSCHUNG

Die Sammlung moderne und zeitgenössische Kunst ist Bestandteil der universitären Forschungsinfrastruktur und zugleich sammlungsbezogener Forschung. Im Zentrum stehen die systematische Bestandserschließung, die Provenienzforschung, der strategische Ausbau institutioneller (Forschungs-)Kooperationen sowie die nachhaltige Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Forschungsfragen lassen sich viele an die Sammlung stellen – über die Genese der Sammlung, über die Ankaufs- und Sammlungspolitiken Max Imdahls, der 1968 an der Vorbereitung der documenta 4 in Kassel beteiligt war, oder welchen Einfluss die in den 1960er und 1970er Jahren von der RUB erworbene Kunst auf die Kanonbildung in der Bundesrepublik hatte und wie die Sammlung kunsthistorisches Wissen bedingte.

Die Forschung findet im Rahmen der Lehre, des Ausstellens sowie in gezielten Forschungsprojekten statt. Zwischen 2026 und 2028 betreuen die Kunstsammlungen bzw. das Kunstgeschichtliche Institut der RUB drei NRW-Forschungsvolontär*innen.

ORAL ART HISTORY IN DEN KUNSTSAMMLUNGEN

Mündlich erzählte Geschichten sind längst Teil der kuratorischen Praxis. Doch welche Interviewformen gibt es, wie findet man geeignete Interviewpartner*innen und wie integriert man die erhobenen Daten in die Sammlungs- und Museumsforschung?
Den Anlass für das zweisemestrige Master-Seminar, nach Geschichten rund um die Kunstsammlungen zu fahnden, bildet das 50-jährige Jubiläum des Campusmuseums 2025.

Beteiligte Studierende: Maike Dollendorf, Antonia Fester, Anne Tabitha Klier, Jonah Küspert, Lena Christin Liebrand, Niklas Stengel, Eva Teßmer und Anna Zienau. Ein besonderer Dank geht an Elisa Bologna vom Zentrum für Wissenschaftsdidaktik.
Das Projekt fand unter der Leitung von Dr. Alexia Pooth im WiSe 2024/25 und SoSe 2025 statt.

Die Interviews finden Sie hier: Forschendes Lernen mit Oral History (FLOH)


"ABSOLUTE ZEITGENOSSENSCHAFT"

DER FAZ-JOURNALIST ALBERT SCHULZE VELLINGHAUSEN UND SEINE SAMMLUNG

Ohne die Stiftung der Privatsammlung des in Bochum geborenen Kunstkritikers Albert Schulze Vellinghausen hätte das Kunstgeschichtliche Institut heute vielleicht keine Lehrsammlung. Doch welche Kunstwerke gingen 1967 bzw. 1969 aus dem Privathaushalt in Dortmund-Kley an die RUB, wer war Albert Schulze Vellinghausen eigentlich, welchen Einfluss hatten seine FAZ-Kritiken in den 1950er und 1960er Jahren auf die Kunst- und Sammlungspolitik im Ruhrgebiet und wie zeitgenössisch ist seine Sammlung heute noch?

Das auf mehrere Semester angelegte Forschungsprojekt stellt sich diesen Fragen. Es verfolgt sowohl einen objektbasierten Ansatz, um die Netzwerke von Albert Schulze Vellinghausen und die Beziehung zwischen Kunst und Kunstkritik zu untersuchen, als auch einen biografischen.

Die Forschung findet u. a. in Zusammenarbeit mit dem ZADIK | Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung, Universität zu Köln, statt.