Die Sammlung moderne und zeitgenössische Kunst ist eine Lehrsammlung für Studierende. Hier verbinden sich kunsthistorische Ausbildung, Lehre und Studium mit einer ausgeprägten Hands-on-Mentalität: Originalwerke werden nicht nur theoretisch analysiert, sondern auch praktisch erfahrbar gemacht.
Die Sammlung moderne und zeitgenössische Kunst wurde 1967 gegründet und verfügt über hochkarätige Kunstwerke von der (west-)europäischen und US-amerikanischen Nachkriegsperiode bis in die Gegenwart – darunter Arbeiten von Joseph Beuys, François Morellet, Frank Stella, Richard Serra, Meret Oppenheim oder Candida Höfer etc. Die Werke werden in Sammlungspräsentationen und Wechselausstellungen regelmäßig gezeigt.
Als Universitätsmuseum sind die Kunstsammlungen eng in die forschende Lehre des Kunstgeschichtlichen Instituts eingebunden. Im Mittelpunkt steht ein erweitertes Lehrkonzept: Studierende werden, neben der objektbasierten Auseinandersetzung mit Kunst, frühzeitig an zentrale Aufgabenfelder des Museums herangeführt – von Sammlungserhalt über kuratorische Praxis bis hin zur Kunstvermittlung.
Mit diesem Ansatz tragen die Kunstsammlungen zur fachübergreifenden Belebung des universitären Lebens auf dem Campus bei. Sie verstehen sich als Ort des Austauschs und der Zusammenarbeit – im Dialog mit anderen Fakultäten ebenso wie mit einer interessierten Öffentlichkeit.
Die Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum orientieren sich in ihrer Arbeit an den Standards des International Council of Museums (ICOM). Seit 2010 ist die Sammlung Mitglied der RuhrKunstMuseen.
Die Kunstsammlungen sind ein öffentliches Kunstmuseum, das 1975 unterhalb der Universitätsbibliothek eröffnet wurde. Der Bestand umfasst nicht nur Malerei, Skulptur und Grafik seit 1945, sondern auch die historische Münzsammlung und die Sammlung Antike des Archäologischen Instituts. Mit seinen unterschiedlichen Sammlungsschwerpunkten steht das Museum für Transdisziplinarität und ein innovatives Zusammenspiel aus Alt und Neu.
Die Sammlung moderne und zeitgenössische Kunst setzt sich aus Schenkungen, Ankäufen und Leihgaben zusammen. Zentrale Konvolute bilden die Sammlung Albert Schulze Vellinghausen (Eingang 1967), die Sammlung Paul Dierichs (Eingang 1976) sowie das Pavillonensemble Situation Kunst I (für Max Imdahl), das der Galerist Alexander von Berswordt-Wallrabe 1990 der RUB schenkte. Die dort zu sehenden Werke von Arnulf Rainer, Gotthard Graubner, Norbert Kricke oder David Rabinowitch etc. gehören heute zu den Kunstsammlungen.
2006 wurde die Stiftung Situation Kunst in Bochum-Weitmar gegründet. Ihr hat die RUB den Bau des Kubus im zerstörten Haus Weitmar 2010 und 2015 den Bau des Museums unter Tage zu verdanken. Das Museum unter Tage wird im Wechsel von der Stiftung Situation Kunst und dem Kunstgeschichtlichen Institut der RUB bespielt. Die Stiftung Situation Kunst verfügt über einen eigenen Kunstbestand.
Das Archiv Ulrich Rückriem wurde 2008 dem Kunstgeschichtlichen Institut als Vorlass übergeben. Heute wird es von den Kunstsammlungen betreut.
Die Genese und Ausrichtung der Sammlung geht wesentlich auf die Sammlungsverantwortlichen zurück – auf Max Imdahl, Norbert Kuhnisch, Monika Steinhauser, Kai Uwe Hemken, Friederike Wappler und, seit 2024, auf Alexia Pooth.